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Was bedeutet „Vorrang für Zivil“?
Der Name zielt auf den Vorrang ziviler gegenüber militärischen Konfliktlösungsmöglichkeiten ab. Zivile Akteure sind Polizei, Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftliche Organisationen; Einsätze im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit (CIMIC) werden von uns nicht unterstützt. „Vorrang“ bedeutet, dass mehr Ressourcen für zivile als für militärische Interventionen bereitgehalten und eingesetzt werden sollen.

Welche Ziele verfolgt Vorrang für Zivil?
In der Gesellschaft wollen wir das Bewusstsein dafür stärken, dass Frieden mehr bedeutet als die Abwesenheit von Krieg und nicht mit militärischen Mitteln erreicht werden kann. Auf politischer Ebene wollen wir dazu beitragen, die Qualität sowie Quantität ziviler Kapazitäten zur Konfliktbearbeitung zu verbessern und das zivile Handeln stärker in die politische Diskussion zu bringen.

Welche konkreten Forderungen stellt Vorrang für Zivil?
  • Für zivile Interventionen müssen mehr personelle, finanzielle und strukturelle Kapazitäten vorhanden sein als für militärische Interventionen. Konkret bedeutet dies einen Ausbau des Zivilen Friedensdienstes (ZFD), eine Erhöhung der bereitgestellten Mittel für zivilgesellschaftliche Projekte und die Möglichkeit, mehr Friedensfachkräfte auszubilden.
  • Der Ausbau ziviler Kapazitäten sowie der Vorrang ziviler gegenüber militärischer Konfliktbearbeitung soll 2009 Bestandteil des neuen Koalitionsvertrages werden.
  • Zivile Interventionen müssen sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren - dies kann beispielsweise geschehen durch eine starke öffentliche und kritische Reflexion, die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Partnern vor Ort und die Einrichtung geeigneter Strukturen zur Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Wie will Vorrang für Zivil diese Ziele und Forderungen umsetzen?
Wir wollen Bundestagsabgeordneten unser Ziel vorstellen, und sie von dem Potenzial und der Notwendigkeit ziviler Krisenprävention und Konfliktbearbeitung überzeugen. Durch lokale Aktionen, Protestbriefe und andere öffentliche Stellungnahmen soll die Regierung unter Druck gesetzt werden. Dabei sind wir auf die Unterstützung möglichst vieler engagierter Menschen und Organisationen angewiesen.

 
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